Familie Maier ( Landstr. 49, Hörden)


















Konfektionshaus früher, linkes Gebäude                                            Konfektionshaus heute (Baulücke)

                                                          

                              

Ehepaar:     Julius und Emilie

Kinder:        Ludwig, Ruth und Anne



Julius Maier wurde am 10.02.1872 geboren. Emilie Maier, geborene Ladenburger kam am 29.11.1881 in Ittlingen zur Welt. Julius und seine Frau Emilie besaßen das Herren- und Damenkonfektionshaus Maier, heute klafft an dieser Stelle eine Baulücke.


Zuletzt hat dort das Geschäftshaus Stoff-Kieser gestanden. Das Geschäft der Maiers befand sich seinerzeit im kleineren linken Gebäude. Das Fachwerkhaus wurde von der jüdischen Familie als Wohnhaus genutzt.


Sie bedienten Kunden deren Geldbeutel nicht gerade voll war, dennoch war ihr Einkommen ausreichend.

Julius verstand sich gut mit seiner Kundschaft. Die Hördener Frauen, die am Sonntag in die katholische Messe gingen, hatten ihre weißen Kleider in seinem  jüdischen Textilhaus gekauft.


Die Leidensgeschichte der Familie Maier:


Am 10. November 1938 verwüsteten und plünderten SA-Trupps aus Gernsbach das Textilgeschäft von Julius Maier. Was die Familien Maier und Stern an Angst und Schrecken durchmachen mussten, vermeldet kein Bericht.


Im Jahre 1940 wurde ihnen nur wenige Stunden gegeben, um die Wohnung zu übergeben und einen Koffer pro Person mit Kleidung zu packen. Nur hundert Mark durfte eine Person mitnehmen. Julius und Emilie Maier traten an diesem dunklen Tag aus ihrem Haus  - jeder nur eine Reisetasche in der Hand - und wurden auf einen Lastwagen verladen: Er 68 Jahre, sie 59 Jahre alt. Emilie und Julius wurden am 22.10.1940  über Baden-Pfalz-Saarland bis nach Gurs deportiert. Es muss eine tagelange qualvolle Bahnfahrt in den Pyrenäenort Gurs gewesen sein.

Die Lebensumstände waren katastrophal. Die Internierten hausten in überfüllten, meist fensterlosen Baracken, schliefen auf dem Fußboden, wurden von Ungeziefer zerfressen und litten bei nasskaltem Wetter unter Hunger und Kälte. Noch im selben Jahr kamen sie nach Auschwitz, wo sie ermordet wurden.


Sohn Ludwig überlebte genauso wie seine Schwestern Ruth und Anna. Ludwig wanderte in die USA  und seine Schwestern nach England aus.